Renate Sinn Seit über 160 Jahren ist die Entwicklung unserer Stadt vom Verkehr geprägt: diese Tatsache hat unsere Stadt vorangebracht, wie z. B. interessante Betriebsansiedlungen, Schaffung von Arbeitsplätzen und eine hohe Mobilität für unsere Bürger. Die Kehrseite dieser Entwicklung liegt im steigenden Verkehrslärm, der gerade auch in Plochingen zur Last wird.
Wir können und wollen diese Last aber nicht als nicht zu vermeidendes Schicksal hinnehmen, denn es gibt Wege, eine Lärmminderung zu erreichen: Beginnen müssen wir beim aktuellen Fall, der Wiederzulassung von Schwerlastverkehr auf der L 1201 durch das Regierungspräsidium: für uns völlig unverständlich und verkehrspolitisch ein Rückschritt. Deshalb wollen wir uns mit allen politischen und rechtlichen Mitteln wehren.
Das Vorgehen des Regierungspräsidiums in diesem Fall zeigt, dass es die unabdingbaren Grundsätze für ein Gesamtkonzept missachtet. Zu diesen Grundsätzen gehört nach Meinung der SPD-Fraktion
- Ein aktiver und passiver Lärmschutz (Verlängerung der Lärmschutzwände entlang der B10 und der Bahn, Sanierung der lauten Güterzüge ebenso wie verkehrslenkende Maßnahmen, die Wohnbereiche vom LKW-Verkehr entlasten),
- die stärkere Verknüpfung der Verkehrsträger untereinander (auf Plochingen bezogen sollte z. B. nicht der Großteil der Schiffsladungen auf den LKW, sondern auf die Bahn verlagert werden oder die Mitnahme von Fahrrädern durch die Busse ermöglicht werden).
- Dauerhaft kann der am meisten belastende LKW-Verkehr nur durch ein leistungsfähiges Schienennetz reduziert werden, deshalb tritt unsere Fraktion auch für die Neubaustrecke Stuttgart-Ulm ein, und schließlich
- muss gerade in unserem Raum die Zusammenarbeit der Gemeinden untereinander verstärkt werden (so jetzt geschehen in einer Lärmaktionsplanung für den Gemeindeverwaltungsverband)
Das alles wird mühsam sein, aber Lärmreduzierung ist nicht unmöglich, wenn der politische Wille auf allen Ebenen und ein Gesamtkonzept vorliegen.