Der derzeitige Stromlieferungungsvertrag mit der EnBW endet 2012. Bis dahin gilt es zu prüfen, wohin der Weg in Zukunft führen soll. Der SPD-Fraktion ist es wichtig, den Erfahrungen von Stadtwerken wie Tübingen oder Schwäbisch Hall, die zugleich als kommunale Stromversorger auftreten, mindestens die gleiche Aufmerksamkeit zukommen zu lassen wie dem seitherigen Stromversorger EnBW.
Es besteht ein enger Zusammenhang und damit aber auch ein Problem darin, dass die Kunden ihren Strom aus unterschiedlichen Gründen bevorzugt vom Betreiber des Stromnetzes beziehen. Wenn wir dies ernst nehmen, aber eigentlich möchten, dass künftig wesentlich mehr regenerative Energie eingesetzt werden soll, ist nach unserer Meinung die EnBW noch kein überzeugender Partner.Bei der Klausurtagung haben wir zwar gehört, dass im Jahr 2020 20 % des EnBW-Stromes aus regenerativen Energiequellen kommen soll: Dies entspricht allenfalls der EU-Richtlinie, lässt aber überhaupt kein zusätzliches Engagement deutlich werden. Wir nehmen wahr, dass die o. g. Stadtwerke wesentlich glaubwürdiger die Umstellung auf erneuerbare Energiequellen auf deutlich höherem Niveau anstreben oder schon erreicht haben. Zudem ist erstaunlich, welche Chancen sie haben, als Grundversorger auch die Wertschöpfung in der Region zu belassen. Mit den Gewinnen aus dem kommunalen Netz kann man sehr sinnvoll in die eigene Energieerzeugung investieren, was ja theoretisch seit 2009 auch in Plochingen möglich ist, aber noch überhaupt nicht konkret umgesetzt wurde. Wenn es beispielsweise gelingt, durch eine strategische Partnerschaft mit einem Vorlieferanten oder mit anderen Stadtwerken gemeinsam das Stromnetz zu betreiben, hätte dies auf jeden Fall eher unsere Sympathie als das bisherige Modell. In diesem Sinn geht die SPD-Fraktion den vorgeschlagenen Weg mit, jedoch mit der Vorgabe, dass Alternativen mit größter Ernsthaftigkeit – vor allem im Blick auf eine glaubwürdig angestrebte Ökologisierung der Stromversorgung - geprüft und in Betracht gezogen werden. Es darf eben nicht nur die Wirtschaftlichkeit in Betracht gezogen, sondern in gleicher Weise wirtschaftlich und nachhaltig entschieden werden.
25.05.2010