
(Historische Karte mit dem Anfang des 20. Jahrhunderts aufgeschütteten Bahnhofsgelände; Quelle: private Postkartensammlung)
Es war der Hochwasserschutz, der Plochingen um 1905/07 zu einer Großbaustelle von riesigem Ausmaß machte: das gesamte Gelände des damals entstehenden neuen Bahnhofes einschließlich der hierher führenden Straßen (u.a. Eisenbahn-, Wilhelm-, Hermann-, Bahnhofstraße) wurden gegenüber dem ursprünglichen Niveau um mehrere Meter aufgeschüttet. Mit Hilfe hunderter italienischer Gastarbeiter, mit Dutzenden von Fuhrwerken und einer Schmalspurbahn zwischen Schinderbachtal und dem Bahngelände wurden tausende von Kubikmetern Erde transportiert, damit Gleisanlagen und der Bereich bis zur Esslinger Straße künftig hochwasserfrei waren.
In viel kleinerem Umfang werden wir bei der Neuanlage des künftigen Gewerbegebietes Filsgebiet West auch einige Erdmassen bewegen müssen, damit auch dieses Gebiet vor Überschwemmungen bei Hochwassern von Fils und Neckar sicher wird. Ein „Restrisiko“ bei „hundertjährigen“ oder „extremen“ Hochwassern wird – wie auch für andere Teile der Stadt zwischen Esslinger Straße und Bahnhofsgelände - zwar weiterhin bestehen, doch werden im Filsgebiet u.a. zusätzliche Retentionsflächen der Fils und viele andere Maßnahmen im Filstal (neue Regenrückhaltebecken wie z.B. in Reichenbach) mithelfen, dass bei uns möglichst keine gefährlichen Hochwasser Schäden anrichten können.
(Beitrag der SPD-Fraktion in den "Plochinger Nachrichten" Nr. 26/2026 vom 25. Juni 2026)