
"Plochingen und sein Gemeinderat werden zum Gespött im Verkehrsministerium und im Regierungspräsidium". Mit dieser Formulierung brachte es das SPD-Fraktionsmitglied Ulrike Sämann auf den Punkt, was die von der CDU-Fraktion - und in ihrem Gefolge Dr. Hinks „Bürgerliste“ und Harald Schmidts „ULP“ - in der Gemeinderatssitzung am 29. Juni durchgesetzte Ablehnung der Vergabe der Bauarbeiten für die Radschnellwegbrücke in den Behörden des Landes sehr wahrscheinlich bewirken wird. Das Land war bereit, gemäß einer Vereinbarung mit der Stadt Plochingen die Kosten für eine schon fertig geplante Radschnellweg-Brücke über die Fils 2,24 Mio. Euro zu übernehmen. Diese Brücke hätte die Stadt als (dringend nötige) Interimsbrücke beim Ersatzbau für die abgängige bisherige Filsbrücke kostenlos nutzen können. Da die endgültige Trassenführung des Radschnellweges noch nicht geklärt ist (obwohl wir dazu in den vergangenen Monaten und Wochen mit dem Land inzwischen auf gutem Weg waren!), haben CDU & Co. die Vergabe der Bauarbeiten abgelehnt.
Die Konsequenz aus der Abstimmung - auf Grund des für die SPD und die OGL-Fraktionen überhaupt nicht nachvollziehbaren Abstimmungsverhaltens - wird sein: das Land spart 2,24 Mio., die Brücke wird möglicherweise nie gebaut und die Stadt Plochingen muss - völlig unnötig - zusätzliche Kosten in Höhe von ca. 1 Mio. Euro für eine Interimsbrücke aufbringen!
Weitere Konsequenzen sind noch nicht absehbar, vor allem, wenn der Radweg - von Ebersbach/Reichenbach her kommend, ab 2027 an der Plochinger Filsallee enden wird. Dann werden die Radfahrer*innen irgendwie ihren Weg durch Plochingen suchen, vermutlich quer durch den Bruckenwasen oder irgendwie durch die Stadt. Mit der abgelehnten Filsbrücke wäre möglich gewesen, die von der Stadt und Gemeinderat klar favorisierte Führung des Radschnellweges unterhalb bzw. entlang der B 10 bzw. dann südlich des Bruckenwasen in Richtung Esslingen weiterzuführen. Mit der jetzigen Entscheidung des Gemeinderates sind wir diesem Ziel überhaupt nicht näher gekommen, sondern es ist eher in weite Ferne gerückt.