Weniger ,Ich‘ und wieder mehr ,Wir‘!“ - Rückblick zum Politischen Aschermittwoch der SPD in Wendlingen

Veröffentlicht am 16.03.2019 in Ortsverein

Bereits zum 4. Mal luden der SPD-Ortsverein Wendlingen und MdL Andreas Kenner zum Politischen Aschermittwoch in das Katholischen Gemeindezentrum in Wendlingen-Unterboihingen ein. So gut besucht wie in diesem Jahr war diese Veranstaltung noch nie: Über 200 Zuhörer lauschten bei Leberkäswecken und Bier den hoch politischen Aschermittwochsreden des Ortsvereinsvorsitzenden Simon Bürkle und MdL Andreas Kenner.

Den ersten Teil seiner Rede widmete Andreas Kenner dabei der Europawahl am 26. Mai: „Wir dürfen Europa nicht populistischen Parteien überlassen, die es abschaffen wollen. Das ist nicht das Europa, in dem ich leben will!“. Die „schweigende Mehrheit“ sei gefordert, am 26. Mai wählen zu gehen, um europafreundliche Parteien zu stärken. Allerdings gelte es ein soziales Europa zu schaffen, das für die Bevölkerung da ist und nicht nur für die Unternehmen. Zum Friedensprojekt Europa gibt es nach 2 verheerenden Weltkriegen keine Alternative.

Danach wandte sich Kenner dem Volksbegehren der Landes-SPD zur Abschaffung der Kitagebühren zu. 17.000 Unterschriften waren bekanntlich dem Innenministerium übergeben worden. Vor wenigen Tagen hat das IM unter CDU-Mann Strobl bekannt gegeben, dass das Volksbegehren rechtlich nicht zulässig sei. Andreas Kenner vermutet politische Gründe hinter dieser Entscheidung: „Wenn das Volk eine andere Meinung hat als Grüne und CDU, wird es für die Regierung gefährlich.“ Sollten die Kitagebühren nicht fallen, drohe ein Flickenteppich in Baden-Württemberg mit Gemeinden, die es sich leisten können die Gebühren von sich aus abzuschaffen und Gemeinden, denen dies nicht möglich ist: „Das führt zu ungleichen Lebensverhältnissen bei uns im Land.“ Für Andreas Kenner steht fest: „Bildung muss von Anfang bis Ende kostenlos sein.“ Die SPD werde vor dem Staatsgerichtshof darum kämpfen.

Auch das Thema „bezahlbarer Wohnraum“ ist Andreas Kenner und der SPD wichtig: „Wer sozialen Frieden will, braucht bezahlbaren Wohnraum. Das ist für mich ein Grundrecht.“ In den nächsten 10 Jahren würden in Baden-Württemberg 500.000 neue Wohnungen benötigt – eine Herkulesaufgabe. Gefragt seien kreative Ansätze und staatliches Engagement, damit sich Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen weiterhin Wohnraum leisten können.

Eine andere Baustelle ist der Bereich „Pflege“: Andreas Kenner, selbst gelernter Altenpfleger, fordert, die Pflegeberufe auch für Einheimische attraktiver zu machen, indem die Arbeitsbedingungen verbessert werden und mehr Gehalt gezahlt wird. Der Pflegenotstand können nicht nur durch Pflegekräfte aus dem Ausland gelöst werden, zumal diese dann in ihren eigenen Ländern fehlen.

Um den Klimawandel zu begrenzen, sei jeder Einzelne gefordert: Eltern sollen ihre Kinder nicht täglich mit dem SUV zur Schule fahren, man soll nicht zum Shoppen kurz mal ins Ausland fliegen und jeden Flug genau überlegen.

Ein großes Anliegen ist Andreas Kenner auch die Bekämpfung der Kinderarmut. In Baden-Württemberg sind 20% der Kinder von Armut betroffen oder armutsgefährdet: „Das ist eine Schande!“. Wenn dann jemand so Vermögendes wie CDU-Mann Merz meine, er gehöre zur oberen Mittelschicht, sei das sarkastisch. In Deutschland müsse es ein Versprechen gegen sozialen Abstieg und eine Grenze nach unten geben, so Kenner. Zuletzt bedankte sich der MdL bei allen Ehrenamtlichen: „Unsere Land wäre arm ohne das Ehrenamt“. In diesem Zusammenhang forderte Andreas Kenner „weniger Ich und wieder mehr Wir“.

Eingangs hatte der Wendlinger SPD-Vorsitzende Simon Bürkle in seiner Begrüßung betont, dass es gerade auch bei kommunalpolitischen Themen einen Unterschied mache, ob es in den Gemeinderäten starke SPD Fraktionen gibt oder nicht. KITAS, Kommunaler Wohnbau, Sport, Demographischer Wandel, preisgünstiger ÖPNV und eine gute kommunale Infrastruktur, dafür steht die SPD in den Städten und Gemeinden. Simon Bürkle rief die Zuhörer dazu auf, sich am 26. Mai an den Kommunalwahlen und an der Europawahl zu beteiligen und die SPD zu stärken.

Für den musikalischen Rahmen des Politischen Aschermittwochs sorgte die Rockband „Lagerfeuer“, die den Zuhörern ordentlich einheizte und viele Besucher zum Tanzen brachte. Wie in jedem Jahr spielte Andreas Kenner auf seiner Bluesharp 2 Stücke mit.

 
 

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