100 Jahre SPD in Plochingen - 1905-2005

IV. Eine Chronik des sozialdemokratischen Ortsvereins von 1945 bis 2005

1. Not – Elend – Wiederaufbau 1945 - 1948

Bereits am 26.10.1945 gibt die Militärregierung die Genehmigung zur Wiedergründung des SPD-Ortsvereins Plochingens, Parteivereinsvorsitzender war Joachim Löffler. Unter den Heimatvertriebenen kommen auch 146 sozialdemokratische Familien mit insgesamt 339 Personen aus dem Kreis Zwittau. Der Ortsverein erfährt durch den Zugang der sudentendeutschen Sozialdemokraten die Verstärkung um 114 Frauen und 77 Männer. Karl Hübl, Joachim Löffler, Manfred Reiner u.a. gründeten die „Falkengruppe“. Im Gemeinderat versuchen die Sozialdemokraten Joachim Löffler, Eugen Fischle, Paul Streicher, Philipp Fischer, Karl Wagner, Gottfried Jung und Anton Lange, Not und Elend zu mildern und an den Wiederaufbau zu gehen.

2. Neues Hoffen 1949 – 1955

Der SPD-Ortsverein unter seinem Vorsitzenden Joachim Löffler wird eine bestimmende Kraft in der Plochinger Kommunalpolitik. Die Seligergemeinde, die Treuegemeinschaft sudentendeutscher Sozialdemokraten, wird 1954 gegründet. Die Sorge für mehr Arbeitsplätze, mehr Wohnungen, neuen Schulraum, stehen im Mittelpunkt der Gemeinderatsarbeit.

3. Festigung und Wegbereitung 1956 – 1965

1956 wird der Josef-Seliger-Chor gegründet. Nach Überwindung der ärgsten Not beginnen die Sangesfreunde, sich wiederum zu regen. Die Sangesfreudigkeit des Schwabenlandes und das Liedgut der Sudentendeutschen finden zusammen. Joachim Löffler ist Landtagsabgeordneter. Willi Brandt spricht in der Stadthalle Plochingen.

4. Zu neuen Ufern 1966 – 1975

Der SPD-Ortsverein und die SPD-Gemeinderatsfraktion geben erstmals die „Plochinger Rundschau“, das sozialdemokratische Mitteilungsblatt für Plochingen, in 4000 Exemplaren heraus. Das Vertrauen der Bevölkerung bringt Joachim Löffler zum zweiten Mal in den Landtag. Fritz Greß, Martin Schilling, Wolfgang Braig treten die Nachfolge Joachim Löfflers im Vorsitz des SPD-Ortsvereins an. Helmut Schmidt und Alex Möller sprechen in überfüllten Versammlungen in der Plochinger Stadthalle. Im Plochinger Gemeinderat vertreten die Sozialdemokraten Joachim Löffler, Manfred Reiner, Leonhard Spielvogel, Eugen Fischle, Wolfgang Braig, Arthur Koch, Edith Dürr und Alfred Kahlert die Interessen der Plochinger Bürger.

5. Plochingen entdeckt sich selbst (1976 – 1984)

Gerhard Remppis wird 1976 erstmals in den Landtag gewählt. Nach seiner Wiederwahl 1980 wird er Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD im Landtag. Die Plochinger Sozialdemokraten erringen bei der Gemeinderatswahl 1980 zum ersten Mal die meisten Stimmen und neun Mandate: Herbert Böhmer, Wolfgang Braig, Edith Dürr, Liesl Hammerle, Hans-Joachim Löffler, Manfred Reiner, Gerhard Remppis, Leonhard Spielvogel und Kurt Zulic. Als erste Fraktion ist die SPD mit 2 Frauen vertreten. Ortsverein und Fraktion suchen verstärkt die Mitarbeit der Plochinger Bürger: Regelmäßige Brennpunktveranstaltungen, die Verteilung von Sorgenschecks an die Bürgerinnen und Bürger, Vor-Ort-Veranstaltungen in Institutionen und Betrieben, die Herausgabe der „Plochinger Rundschau“ dienen diesem Bemühen. Der Ortsverein feiert das 75jährige Bestehen. Alex Möller kann als Festredner gewonnen werden. Ortsvereinsvorsitzende sind in diesem Zeitabschnitt Manfred Hoppe, Kurt Zulic, Liesl Hammerle und seit 1983 Gerd Blankenhorn. Im Kreistag ist Plochingen durch die Sozialdemokraten Gerhard Remppis und Manfred Reiner vertreten. Die SPD-Gemeinderatsfraktion stellte nach 1945 die Stadträte Joachim Löffler, Manfred Reiner, Gerhard Remppis und Leonhard Spielvogel für das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters. Seit der Gemeinderatswahl 1984 stellt die SPD folgende Gemeinderäte: Norbert Bandze, Herbert Böhmer, Wolfgang Braig, Edith Dürr, Manfred Reiner (Fraktionsvorsitzender), Gerhard Remppis, Leonhard Spielvogel, Kurt Zulic.

6. Investitionen gestalten Zukunft Plochingens 1985 - 2005

Plochingen als Verkehrsknotenpunkt erfährt in diesen Jahren eine nachhaltige Bestätigung: mit der endgültigen Fertigstellung des Plochinger Dreiecks, der S-Bahn-Verbindung nach Stuttgart und der Verlängerung der Hafenbrücke in die Stadt wurden Weichenstellungen auch für Plochingen vollzogen. Die Stadtsanierung wurde konsequent fortgesetzt, wobei wir Plochinger Sozialdemokraten Sanierung immer so verstanden haben, dass im Stadtkern das Unverwechselbare erhalten und Neues nur maßstäblich entlang der vorgegebenen Traditionslinie gebaut wird. Marktplatz und Fußgängerzone sollten auf diesen Grundlagen ein Stück der Geschichte der Stadt widerspiegeln. Mit dem „Hundertwasserbau“ als Abschluss der Sanierung „Marktstraße Süd“ gelang eine glückliche Verbindung von künstlerischem Anspruch und funktionalen Notwendigkeiten, Schon heute gilt dieser Bau neben der Stadtkirche als zweites Wahrzeichen Plochingens. Im Bereich der Daseinsvorsorge gelingt uns ein Neubau für unser Krankenhaus und gleichzeitig die Nutzung des „alten Krankenhauses“ – nach Sanierung und Teilerweiterung – als Alters- und Pflegeheim. Im Oktober 1989 schafft es die Plochinger SPD noch einmal, bei den Gemeinderatswahlen nach Sitz- und Stimmenzahl stärkste Fraktion zu werden. Der neue Gemeinderat musste sich der Aufgabe der Erweiterung des Schulraumangebots für die Grund- und Hauptschule stellen und gleichzeitig das letzte große Baugebiet in Plochingen – Lettenäcker II – bebauungsplanmäßig erfassen. Beide Projekte waren finanziell und politisch Kraftakte. Der 1994 gewählte Gemeinderat, in dem die SPD trotz eines Mandatsverlustes an die „offene grüne Liste“ stärkste Fraktion blieb, stellte sich einer besonderen Herausforderung: er bewarb sich 1998 erfolgreich um die Durchführung der Landesgartenschau. Ein geordneter Bürgerentscheid, die Umwandlung einer Industriebrache in ein Wohngebiet und die Schaffung einer Naherholungslandschaft stehen noch heute auf der Habenseite. In den letzten 10 Jahren zeigten sich grundsätzliche Verwerfungen in den öffentlichen Haushalten, auch Plochingen kann sich nicht von diesem Trend abkoppeln. Der SPD als Regierungspartei in Berlin wird zumindest eine Teilschuld gegeben, das bekamen wir bei den Gemeinderatswahlen von 1999 und 2004 zu spüren. Wir verloren bei beiden Wahlen je einen Sitz. Für die Plochinger SPD ist dies aber sicher kein Anlass zur Resignation: Der Ortsverein mit seiner erfolgreichen, langjährigen Vorsitzenden Margarete Bihl und die Fraktion mit Margarete Bihl, Thomas Fischle, Peter Raviol, Gerhard Remppis, Renate Sinn und Kurt Zulic wird auch weiter vor Ort Politik für den Bürger / die Bürgerin machen. Dabei wollen wir uns immer an jene Haltungen erinnern, die uns Sozialdemokraten, aber auch die Plochinger Kommunalpolitik stark gemacht haben: Offenheit, Unterstützung demokratischer Entscheidungsprozesse, traditionsbewusst und doch immer bereit für Veränderungen.

Termine

Alle Termine öffnen.

26.03.2019, 15:00 Uhr - 17:00 Uhr Im Alter in der Wohnung bleiben
Eine Veranstaltung von SPD 60+ Sicherheit und Wohnkomfort in der gewohnten Umgebung - Die Wohnberatu …

30.03.2019, 00:00 Uhr Kreisparteitag
Einladung zum Kreisparteitag mit Neuwahlen mit Generalsekretär Sascha Binder MdL in der Friedrich-Glück-H …

03.04.2019, 00:00 Uhr Runder Tisch der SPD 60+
Mittwoch, den 3.4.2019, 10-12h Gasthof zum Lamm, Kirchheimer Strasse 26, 73240 Wend …

News

24.03.2019 18:57 Kommt zusammen für ein starkes Europa!
Mit einer klar proeuropäischen Haltung will die SPD der europäischen Idee neuen Schub geben. Auf ihrem Parteikonvent für die Europawahl beschloss sie einstimmig ein fortschrittliches Programm, das auf Zusammenhalt statt Spaltung setzt. „Lasst uns jetzt gemeinsam ein solidarisches Haus Europa für alle bauen“, rief die SPD-Spitzenkandidatin für die Europawahl Katarina Barley den Delegierten zu. MEHR

19.03.2019 20:09 Wir brauchen flächendeckende und leistungsfähige Mobilfunknetze
Die SPD-Bundestagsfraktion schlägt ein Bundesförderprogramm Mobilfunk vor, um die Regionen zu versorgen, in denen sich Investitionen für Telekommunikationsunternehmen finanziell nicht rentieren. Dort, wo der Marktausbau versagt, muss der Staat eingreifen und für die Infrastruktur Sorge tragen. Nur so können die sogenannten weißen Flecken geschlossen werden. „Noch immer gibt es zahlreiche Funklöcher in Deutschland. Ursächlich hierfür

18.03.2019 15:16 ASF – Frauen verdienen mehr!
Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischen Frauen (ASF) Maria Noichl erklärt: Wie in jedem Jahr bedeutet dieses Datum, dass Frauen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen bis zu diesem Tag umsonst gearbeitet haben. Bedingt wird dies durch einen nach wie vor bestehenden Gender Pay Gap von 21 Prozent in Deutschland, einem der größten in der ganzen

15.03.2019 07:31 AG Selbst Aktiv begrüßt die Einigung der Regierungskoalition zum Wahlrecht für Menschen mit Behinderungen
Anlässlich der Einigung der Koalition erklärt der Vorsitzende von Selbst Aktiv Karl Finke: Das Bundesverfassungsgericht hatte mit seinem Urteil vom 29. Januar 2019 die Aufrechterhaltung von Wahlrechtsausschlüssen für Menschen, die unter Vollbetreuung aller Angelegenheiten stehen, für verfassungswidrig erklärt. Dies gilt auch für Straftäter, die wegen Schuldunfähigkeit in einem geschlossenen psychiatrischen Krankenhaus untergebracht sind. Die Karlsruher

13.03.2019 20:29 „Europa muss politischer werden“
Exklusiv-Interview mit Vizekanzler Olaf Scholz Der Bundesfinanzminister erläutert für spdfraktion.de das sozialdemokratische Konzept eines sozialen Europas und begründet, weshalb eine Reform des Sozialstaates notwendig ist. Das ganze Interview auf spdfraktion.de

Ein Service von info.websozis.de

Counter

Besucher:1357661
Heute:88
Online:3