100 Jahre SPD in Plochingen - 1905-2005

III. Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Aus der Geschichte der SPD und des Ortsvereins Plochingen von 1905 bis 2005 III. Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg Sehr bald gerieten die Sozialdemokraten aber zwischen zwei Feuer. Links von ihnen agierten die abgespalteten Unabhängigen und die Kommunisten für eine „zweite Revolution“, Esslingen war eine Hochburg der USPD. Und auch in Plochingen zerfiel die Arbeiterschaft 1920 in zwei nahezu gleich starke Lager. Der demütigende Friedensschluss und die wirtschaftlichen Nachkriegsprobleme wurden den Sozialdemokraten zur Last gelegt. Die „Dolchstoßlegende“ kam auf, und bald machte das böse Wort von den „Novemberverbrechern“ die Runde. So fand sich die württembergische SPD schon 1920 in der Opposition wieder und konnte auch während der folgenden Jahre kaum Einfluss auf die Landespolitik nehmen. Nach der Wiedervereinigung von SPD und USPD 1922 wurde die innere Konsolidierung zum obersten Gebot der Partei. Die Ortsvereine widmeten sich verstärkt kommunalen, sozialen und kulturellen Aufgaben. Die Plochinger SPD pflegte ihre traditionellen Verbindungen zu den Gewerkschaften, engagierte sich bei der Arbeiterwohlfahrt und entwickelte die proletarische Kultur der Vorkriegszeit in Organisationen wie dem Arbeitergesangverein „Freiheit“ und Arbeitersportvereinen fort. Die Gemeinderatswahlen 1931 wurden bereits im Zeichen der Weltwirtschaftskrise und zunehmender Radikalisierung abgehalten. Die Plochinger „Vereinigung der Arbeiter, Angestellten und Beamten“ errang zwei von sieben Sitzen. Auf dieser Liste kandidierten mit Eugen Fischle und Joachim Löffler bereits zwei Männer, die das Erscheinungsbild der Plochinger SPD nach 1945 entscheidend mitprägen sollten. Inzwischen war der Kampf gegen die Nazionalsozialisten voll entbrannt, die im Herbst 1930 sensationelle Stimmengewinne erzielt hatten und auch in Plochingen zur stärksten Partei geworden waren. Mit Massenkundgebungen traten die Sozialdemokraten der zügellosen NSDAP-Propaganda entgegen. Einen Monat nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler druckt die „Tagwacht“ ein letztes beschwörendes Flugblatt. Gegen die nationalsozialistischen Phrasen und den Terror bleib der Appell an die Vernunft wirkungslos. Die SPD setzte noch ein mutiges Zeichen, als sie am 23. März im Reichstag gegen das Ermächtigungsgesetz stimmte, das den Weg in die Diktatur und in einen neuen Krieg ebnete. Am 2. Mai besetzte die SA die Gewerkschaftshäuser, und im Juni 1933 wurde die SPD endgültig verboten. Das württembergische Konzentrationslager Heuberg füllte sich mit willkürlich verhafteten Sozialdemokraten, Kommunisten und Gewerkschaftlern, aber der Widerstandsgeist im Land ließ sich nicht völlig brechen. Die Suche nach einem eingeschmuggelten Flugblatt diente den Plochinger Nationalsozialisten als Vorwand für einen brutalen Überfall auf den damaligen Ortsvereinsschriftführer Eugen Fischle. Das gesamte Parteiarchiv wurde konfisziert und vernichtet. Die Plochinger Genossen tarnten ihre Zusammenkünfte und Diskussionen nun als „Albwanderungen“. Eine Mars-Ausgabe und weitere theoretische Literatur überdauerten die Hitlerzeit unter der Kanzel des evangelischen Gemeindesaales. Joachim Löffler half mit, ausländische Zeitungen und Aufklärungsmaterial in Umlauf zu bringen. Als der Verteilerring zerschlagen wurde, entging er nur knapp dem Konzentrationslager, erhielt aber von der „normalen“ Justiz eine zweijährige Gefängnisstrafe. Der sinnlose Kampf um „Lebensraum im Osten“ endete 1945 mit der totalen Niederlage und der militärischen Besetzung Deutschlands. Auf dem Tiefpunkt der deutschen Geschichte waren die Sozialdemokraten wieder gefordert, politische Verantwortung zu übernehmen.

Termine

Alle Termine öffnen.

23.01.2019, 15:00 Uhr - 23.01.2019 Jahresempfang AG 60plus
Traditioneller Jahresempfang der Arbeitsgemeinschaft 60plus mit Stadt- und Kreisrat Wolfgang Drechsler und dem ste …

23.01.2019, 15:00 Uhr - 23.01.2019 Jahresempfang der 60 plus Esslingen
Alte Aula (Beblinger Str. 3, 73728 Esslingen) mit Wolfgang Drexler, Stadt- und Kreisrat, und Nicolas Fink, …

24.01.2019, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr Mitgliederrat OV Esslingen: Bezahlbarer Wohnraum & Mieten
Schaffung von erschwinglichem Wohnraum. Impulse von Stadträtin Christa Müller sowie Reiner Hillg …

Alle Termine

Counter

Besucher:1357661
Heute:15
Online:1

News

14.01.2019 18:16 Kinder, Chancen, Bildung – Wir wollen, dass Deutschland das kinderfreundlichste Land in Europa wird!
Starke Kinder – starkes Land Die SPD steht dafür, dass jedes Kind es schaffen kann. Wenn wir für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen wollen, müssen wir bei den Kindern beginnen. Denn Kinder machen unser Land auch in Zukunft stark. Deshalb müssen wir allen Kindern eine gute Ausbildung ermöglichen, und jedem Kind die Chance geben, seine Potenziale

14.01.2019 17:56 Europa: Beschlusspapier Klausur der SPD-Bundestagsfraktion am 10./11. Januar 2019
Darum geht es uns: Wir wollen, dass diese Europawahl eine Entscheidung für mehr Gerechtigkeit, für mehr Demokratie, letztlich für mehr Europa wird. Wir wollen mehr Investitionen in den Zusammenhalt und die Zukunft Europas. Wir wollen eine verbindliche europäische Sozialagenda und eine gerechte Besteuerung der Internetgiganten. Wir wollen über Bildung, Wissenschaft und Forschung eine gute Zukunft

14.01.2019 16:47 Die Grundsteuer ist zu wichtig für parteipolitischen Streit
Die Grundsteuer muss laut Verfassungsgericht refomiert werden. Über die Art der Reform debattieren SPD- und Unionsfraktion. Achim Post mahnt, im Interesse der Gemeinden schnell zu einer Einigung zu kommen. „Die Vorschläge von Finanzminister Scholz zur Reform der Grundsteuer sind ausgewogen und vernünftig. Sie sind eine gute Basis für die weitere Debatte, die jetzt zügig zu tragfähigen Ergebnissen führen muss.

14.01.2019 16:46 Das rechtsextreme Netzwerk NSU 2.0 muss sofort aufgedeckt werden
In Hessen besteht der Verdacht auf ein rechtsextremes Netzwerk, ein NSU 2.0 – wie es sich offenbar selbst nennt. Dabei geht es auch um mögliche rechtsextreme Beamte innerhalb der Frankfurter Polizei. Eva Högl erhöht nun den Druck. „Die jetzt bekannt gewordenen neuen Fakten zum Frankfurter NSU-2.0-Skandal werfen ein zweifelhaftes Licht auf die polizeiinternen Aufklärungsprozesse. Dass der Kreis von

09.01.2019 20:10 Bundesregierung will Gemeinnützigkeit von Freifunk anerkennen
Die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt die Initiative von Bundesfinanzminister Olaf Scholz zur Anerkennung der Gemeinnützigkeit von Freifunk. Die Bundesregierung wird hierzu einen Gesetzentwurf zur Änderung des Gemeinnützigkeitsrechts auf den Weg bringen. Die SPD-Bundestagsfraktion setzt sich für eine zeitnahe Umsetzung ein. „Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit ist ein richtiges und wichtiges Signal für das zivilgesellschaftliche Engagement der Freifunk-Initiativen und

Ein Service von info.websozis.de